- geboren 1937 - erhielt seine Ausbildung bei Kurt Eichhorn an der Musikhochschule München. Darüber hinaus studierte er drei Jahre bei Thomaskantor Kurt Thomas in Leipzig und wurde daraufhin dessen Stimmbildner bei vielen Chorleiterkursen. Schmidt-Gadens Gesangslehrer waren u. a. Helge Rosvaenge, Otto Iro, Mario Tonelli, Carlo Tagliabue, William Ernst Vedal, Julius Patzak, Hanno Blaschke und Margarete von Winterfeldt. Er arbeitete 25 Jahre lang eng mit Carl Orff zusammen, unterrichtete am Orff-Institut und nahm mit dem Chor das gesamte Orff'sche „Schulwerk“ auf. Prägend für die musikalische Entwicklung war ebenso die 1973 begonnene Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt bei zahlreichen Plattenaufnahmen und Opernaufführungen.
Als Dirigent von Oratorienaufführungen trat Gerhard Schmidt-Gaden u.a. beim English Bach Festival, bei mehreren deutschen Bach-Festen, dem Würzburger Mozart-Fest, den Berliner Festwochen und dem Israel Festival auf. Des Weiteren dirigierte er u.a. bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala und am Teatro La Fenice in Venedig. Mehrere seiner Schallplattenaufnahmen (vornehmlich in authentischer Aufführungspraxis) wurden ausgezeichnet, darunter das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach, die „Kleinen Geistlichen Konzerte“ von Heinrich Schütz und die „Bußpsalmen Davids“ von Orlando di Lasso.
Als Gesangspädagoge und Spezialist für Kinderstimmbildung international anerkannt, war Gerhard Schmidt-Gaden von 1980 bis 1988 Professor für Chorleitung am Salzburger Mozarteum. Von 1984 bis 1989 arbeitete er auch als Chordirektor an der Mailänder Scala. Stimmbildungskurse für Sänger, Chorleiter und Musiklehrer gab Gerhard Schmidt-Gaden in Deutschland, in der Schweiz, Holland, Österreich, Italien, Südafrika und Japan. 1992 erschien sein Buch „Wege der Stimmbildung“, das in Fachkreisen ein Bestseller ist. 1983 erhielt Gerhard Schmidt-Gaden das Bundesverdienstkreuz, 1991 den Oberbayerischen Kulturpreis. 1994 wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Im Jahre 2000 verlieh ihm der österreichische Bundespräsident den Titel Professor auf Lebenszeit.
„Seit langem war es eine Freude, in schönen
Aufnahmen die ‚Tölzer‛ zu hören.
Aber die Zusammenarbeit bei der ‚Matthäuspassion‛ war das große
Glück. Können, Schönheit und Kraft ist in ihrem Gesang.
Meinen Dank und meine Bewunderung den Buben und ihrem Meister, Herrn Schmidt-Gaden.“
Michael Gielen