„Die Tölzer kennen offenbar keine technischen Probleme! Die mir so am Herzen liegenden, fließenden Tempi der Werke der Wiener Klassik entstehen daher mühelos und leicht. So erreicht man mit ihnen eine Klarheit der Artikulation, Natürlichkeit und Einfachheit der Phrasierung und Echtheit des musikalischen Ausdrucks, die unverwechselbar einmalig ist und ihresgleichen sucht. Dies ist auf die hervorragende Gesangsausbildung durch ihren Leiter, Gerhard Schmidt-Gaden, zurückzuführen. Die Konzerte und Aufnahmen mit den Tölzern gehören zu den Höhepunkten meiner musikalischen Laufbahn. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit.“
Bruno Weil
Ursula Richter wurde 1975 im oberbayerischen Schrobenhausen geboren, studierte ab 1994 an der Universität Mozarteum Salzburg die Fächer Orgel, evangelische und katholische Kirchenmusik, Instrumental- und Gesangspädagogik und Dirigieren. Ihre Lehrer waren Elisabeth Ullmann und Heribert Metzger (Orgel), Wolfgang Kreuzhuber (Improvisation), Albert Anglberger, Hans-Joachim Rotzsch und Karl Kamper (Chorleitung). 1998 legte sie das Erste Diplom im Konzertfach Orgel ab und 2000 die A-Diplome in evangelischer und katholischer Kirchenmusik mit Auszeichnung, wofür sie außerdem den Würdigungspreis der österreichischen Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur erhielt.
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Sie absolvierte dann unter anderem Meisterkurse bei dem Komponisten und Organisten Michael Radulescu, dem Organisten und Organologen Harald Vogel und dem schweizer Organisten und Komponisten Guy Bovet. Seit 2001 unterrichtet Ursula Richter als Chorleiterin und Stimmbildnerin beim Tölzer Knabenchor, seit 2006 ist sie außerdem für die stimmliche Arbeit mit Solisten und deren Einstudierung verantwortlich. Sie betreute in dieser Funktion unter anderem die Rollen der Drei Knaben in Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“, die Partie des Miles in Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“, den Yniold in Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ sowie Solopartien im konzertanten Bereich, wie zum Beispiel in den Arien von Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe, Gustav Mahlers Vierter Symphonie und dessen „Klagendes Lied“.
Christian Fliegner, geboren 1976 in Bad Tölz, kam 1982 zum Tölzer Knabenchor und dort bald als außergewöhnliche Begabung mit solistischen Aufgaben betraut. Als einer der Ersten nach der Uraufführung sang er den „Waldvogel“ in Wagners „Siegfried“, den „Yniold“ in Debussys „Pelléas et Mélisande“ oder den „Amor“ in Glucks „Orpheus und Euridike“ und beeindruckt in zahlreichen bemerkenswerten Aufnahmen. Fliegner bestritt mehr als 100 Aufführungen von Mozarts „Zauberflöte“ weltweit. Nach einer Aufführung von Pergolesis „Stabat Mater“ schrieb die Berliner Zeitung vom „Domingo der Knabensoprane“.
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Heute ist er als Tenor gleichermaßen im Opern- und Oratorienfach zu Hause, sang Solopartien in der preisgekrönten Aufnahme von Orlando di Lassos „Bußpsalmen“, gastierte beim Boston Early Music Festival, war unter Claudio Abbado als „Dritter Knappe“ in Wagners „Parsifal“ zu hören, sang beim Edinburgh Festival, den Salzburger Festspielen und beim Lucerne Festival. Außerdem übernahm er die Solopartien in Händels „Messias“, Mozarts „Requiem“ und Bachs „Weihnachtsoratorium“. Darüber berichtete die Süddeutschen Zeitung: „Fliegner traf mit seinen Tenorarien das ästhetische Konzept von epischer Innigkeit ohne Pathos und Theatralik. Als besonderer Tonfall von Verkündigung zu Herzen gehend, als subtiles Ethos eines höchst idealistischen Kirchenmusikers bewegend.“ Und 2006 im Kölner Stadtanzeiger: „In Sonderheit der Tenor sang schier sensationell: eine weiche, geschmeidige Stimme.“ Seit seiner aktiven Zeit ist Christian Fliegner beim Tölzer Knabenchor Chorleiter und Stimmbildner.
Clemens Haudum wurde 1978 im Oberösterreichischen Linz geboren. Die ersten musikalischen Aktivitäten finden sich bereits im Grundschulalter, als er, gefördert von seiner Großmutter, einer anerkannten Komponistin, bei regionalen Veranstaltungen sowohl als Sänger, als auch mit Instrumenten auftrat. Nach dem Studium für Musikerziehung am Salzburger Mozarteum und einem Lehramtsstudium Latein sowie einer mehrjährigen theologischen Ausbildung arbeitete er als Lehrer am erzbischöflichen Gymnasium Borromäum in Salzburg und zuletzt an der Realschule Franz-von-Assisi in Freilassing. Für seine zahlreichen Zusatzausbildungen in Chorleitung und Gregorianik fand er als langjähriger musikalischer Mitarbeiter bei den Kinder- und Jugendchören am Salzburger Dom vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
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Im Zuge seiner über 13-jährigen Ausbildung auf dem Akkordeon und des Instrumentalstudiums Klavier wurde er mehrfach ausgezeichnet; er konzertierte über Jahre im Ensemble und solistisch bei Festivals, Kulturreihen und Musikwochen. Daneben leitete er über Jahre hinweg verschiedene gemischte Chöre und wirkte als Dirigent und Korrepetitor an zahlreichen internationalen Chorveranstaltungen. Beim Salzburger Adventsingen sang er fünf Jahre lang als Basssolist des Männerdreigesangs. Von seiner musikalischen Vielseitigkeit zeugt auch seine Tätigkeit als Organist, deren Wurzeln in die frühe Jugend reichen. Seit September 2006 arbeitet Clemens Haudum für den Tölzer Knabenchor als Chorleiter und Stimmbildner.
Tobias Bosse, geboren 1971 in Gehrden bei Hannover, erhielt seine erste Stimmbildung im Jugendchor Wedemark, in dem er acht Jahre Mitglied war und ein breites Spektrum an Chorliteratur kennenlernte. Konzertreisen mit dem Jugendchor Wedemark führten in europäische und außereuropäische Länder, darunter nach Israel. In der Emmaus-Kantorei Langenhagen weitete sich die Chorerfahrung in der Beschäftigung mit Bruckner, Monteverdi und Schütz. Im Rahmen seines Studiums der Kulturwissenschaften und Ästhetischen Praxis (vormals Kulturpädagogik) an der Universität Hildesheim erhielt er im Hauptfach Musik und Musikwissenschaften eine Ausbildungen zum Tenor (Fach Liedgesang) bei Mayling Konga, Hannover und zum Chorleiter unter Helmut Langenbruch (KMD der Michaelis-Kantorei Hildesheim), jeweils mit Diplomabschluss.
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Zeitgleich sang er im „Vocalensemble ars nova“, Hannover unter der Leitung des Hamburger Kirchenmusikers Volkmar Zehner, welches sich auf Musik der Romantik und Moderne spezialisiert hat, sowie in der Formation „Fine Musical Hearts“, Hildesheim. Nach beruflichen Stationen in organisatorischen Bereichen des Schleswig-Holstein Musik Festivals und der Landesjugendorchester Hessen und Baden-Württemberg, zog es Tobias Bosse wieder zum Künstlerisch-Praktischen zurück. Seit 2006 ist er für den Tölzer Knabenchor als Stimmbildner und Chorleiter tätig, begleitet die Münchner Improvisations- Theatergruppe „mixxit" musikalisch und schreibt kleine Auftragswerke für freie Theaterproduktionen.
Jochen Berchtenbreiter studierte katholische und evangelische Kirchenmusik, Orgel bei Peter Neumann (Diplom mit Auszeichnung, Konzertexamen), außerdem Chorleitung bei Marcus Creed sowie Orchesterleitung bei Michael Luig und David de Villiers an den Musikhochschulen Köln und Essen. Zu seinen Lehrern gehörten auch Arbo Valdma, Kai Wessel, Wolfgang Schäfer und Volker Wangenheim. Als Seiteneinsteiger in den Schuldienst erwarb er die Befähigung für das Lehramt an Gymnasien. Anregungen für die Arbeit mit Chören erhielt er durch sein Mitwirken in verschiedenen Vokalensembles wie dem Kölner Kammerchor und dem Stuttgarter Kammerchor, dem Freiburger Vokalensemble und dem ChorWerk Ruhr.
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Als Dirigent und Einstudierer arbeitete er mit dem WDR Rundfunkchor Köln, dem Kölner Kammerchor und dem ChorWerk Ruhr. Er übernahm vielfach Einstudierungen für Dirigenten wie Reinhard Goebel (Bach, Händel, Telemann), Peter Öetvös (Strauss), Peter Neumann (Reinhard Keiser) und arbeitete als Assistent von Robin Gritton. Als Organist und Pianist konzertierte er gemeinsam mit dem Tölzer Knabenchor, dem Kölner Kammerchor und der Kartäuserkantorei Köln. Die langjährige intensive Beschäftigung mit der Kinderchorleitung führte ihn im Jahr 2007 zum Tölzer Knabenchor, wo er als Dirigent, Stimmbildner und Instrumentalist tätig ist.
Peter Sefcik, geboren 1945 im bayerischen Bad Griesbach, wuchs in Hamburg auf, absolvierte die Mittlere Reife und eine Banklehre, studierte Gesang an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, schloss 1970 ab als Musiklehrer mit Staatlicher Prüfung und Künstlerischer Reife. Danach begann eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland, von 1972 -1977 zudem ein intensives Privatstudium in München bei Willi Domgraf-Fassbaender, der die Entscheidung beförderte, dass die Pädagogik künftiger beruflicher Schwerpunkt sein könnte. Von 1970 bis 2002 arbeitete Sefcik als Stimmbildner beim Knabenchor Hannover, war als Ausbilder der Solisten beteiligt an der gemeinsam mit dem Tölzer Knabenchor unter Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt entstandenen ersten und historisch besetzten Gesamteinspielung der Bach-Kantaten.
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In diese Zeit fällt auch die Zusammenarbeit mit Phillip Herreweghe bei Aufnahmen mit Werken u.a. von Lasso, dazu Konzerte mit Knabensolisten, darunter Bachs Matthäuspassion und Weihnachtsoratorium. Weitere Ausbildungsziele der Solisten: Mozarts „Zauberflöte“ während 17 Spielzeiten am Staatstheater Hannover und Schumanns „Faust-Szenen“ mit John Eliot Gardiner. Es folgten Lehraufträge an den Hochschulen Hannover und Essen sowie eine 12-jährige Professsur an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg. Dazu kamen Seminare und Kurse an ausländischen Hochschulen in Europa und den USA. Im September 2006 folgte Sefcik einem Ruf als Stimmbildner beim Tölzer Knabenchor.
Christopher Spallek wurde 1977 in Hannover geboren. Als Mitglied im Knabenchor Hannover unter Prof. Heinz Hennig wirkte er mit an der ersten Gesamteinspielung der Bach-Kantaten mit Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt. Mit elf Jahren sang er den Zweiten Knaben in Mozarts „Zauberflöte“ an der Staatsoper Hannover. Nach der Mutation wurde er künstlerischer Mitarbeiter beim Knabenchor Hannover und assistierte dem Leiter des Chores. An der Hochschule für Musik und Theater Hannover absolvierte er ein Schulmusikstudium, konzentrierte sich nebenbei auf den solistischen Gesang, im praktischen Studium später bei Prof. Peter Sefcik.
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Nach erfolgreichem Abschluß des Schulmusikstudiums folgte dann ein reguläres Gesangstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, und zwar in den Hauptfachklassen von Prof. Scot Weir und KS Prof. Bernd Riedel und einer Spezialisierung auf Liedgesang in den Klassen von Prof. Wolfram Rieger und Prof. Herbert Kaliga. Formaler Abschluss des Studiums als Diplom-Sänger für Musiktheater und Konzert sowie als Diplom-Gesangspädagoge. Es folgten ein Meisterkurs für Alte Musik bei Prof. Stephen Stubbs, Auftritte u.a. als Dr. Falke in „Die Fledermaus“, als Orfeo in Monteverdis „L'Orfeo“ sowie als Lied- und Konzert-Sänger, des weiteren im Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius. Nach Abschluss des Studiums gab Christopher Spallek an der Joseph-Schmidt-Musikschule in Berlin Unterricht, seit Mai 2008 unterrichtet er nun im Tölzer Knabenchor.