Repertoire: Oper

Ein Markenzeichen des Tölzer Knabenchores ist die Besetzung der Drei Knaben in der Oper „Die Zauberflöte“. „Wo auch immer dieses Geniewerk Mozarts gespielt wird, ohne die Mitwirkung des Tölzer Knabenchores ist eine Aufführung nicht mehr denkbar“, sagte der Dirigent Wolfgang Sawallisch.

Seit Jahrzehnten besetzen die bedeutendsten Opern- und Festspielhäuser das Knaben-Terzett in Mozarts Oper mit Tölzer Solisten, vom Münchner Nationaltheater bis zur Wiener Staatsoper und der Opéra National de Paris, von der Deutschen Oper Berlin bis zur Mailänder Scala und den Salzburger Festspielen. Generationen von jungen Sängern hat Prof. Gerhard Schmidt-Gaden besonders auf die Terzette in der „Zauberflöte“ vorbereitet: „Zum Ziele führt dich diese Bahn ...“

Aber auch viele andere Knabenrollen in Opern wurden und werden weltweit von Tölzer Solisten gesungen, sei es der Amor in Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“ und in Claudio Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ und „L’incoronazione di Poppea“, seien es die Hirten in Giacomo Puccinis „Tosca“ und Wagners „Tannhäuser“, sei es der Oberto in Georg Friedrich Händels „Alcina“, der Yniold in Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“, der Puck in Carl Maria von Webers „Oberon“, der Waldvogel in Wagners „Siegfried“ oder Mariens Knabe in Alban Bergs „Wozzeck“. Dazu kommen Produktionen von Henry Purcells „Dido and Aeneas“ und Mozarts „Apollo et Hyazinthus“, in denen Tölzer Knaben alle Rollen singen.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt für den Tölzer Knabenchor auch Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ ein, in dem Chor und Solisten zum Einsatz kommen. Der ganze Chor ist in George Bizets „Carmen“ und Modest Mussorgskys „Boris Godunow“ gefragt. Das Opernrepertoire des Tölzer Knabenchores reicht vom Barock bis in die Gegenwart. Bei den Salzburger Festspielen etwa wirkten Tölzer Choristen und Solisten in der Uraufführung von Luciano Berios „Cronaca del luogo“ mit, an der Deutschen Oper Berlin singt ein Tölzer Solist die Titelrolle in Menottis Oper „Amahl und die nächtlichen Besucher“.


Alban Berg
„Wozzeck“ (Solo: Mariens Knabe)

Luciano Berio
„Cronaca del luogo“ (Soli und Chor)

Georges Bizet
„Carmen“ (Chor)

Benjamin Britten
„The Turn of the Screw“ (Miles)

Claude Debussy
„Pelléas et Mélisande“ (Solo: Yniold)

Christoph Willibald Gluck
„Orfeo ed Euridice“
(Solo: Amore)

Carl Heinrich Graun
„Cesare ed Cleopatra“
(Soli: Sesto, Gneo)

Georg Friedrich Händel
„Alcina“ (Solo: Oberto)

Wilfried Hiller
„Peter Pan“ (Soli: Die verlorenen Jungs)

Engelbert Humperdinck
„Hänsel und Gretel“ (Chor)

Reinhard Keiser
„Der hochmüthige, gestürtzte und wieder erhabene Croesus“ 
(Soli: zwei Bauernkinder, Nerillus)

Ernst Ludwig Leitner
„So weiß wie Schnee, so rot wie Blut“
(Soli: Sieben Zwerge, Prinz)

Ruggero Leoncavallo
„Pagliacci“ (Chor)

Gian Carlo Menotti
„Amahl und die nächtlichen Besucher“
(Solo: Amahl)

Claudio Monteverdi
„Il ritorno d’Ulisse“ (Solo: Amore)
„L’incoronazione di Poppea“ (Solo: Amore)

Wolfgang Amadeus Mozart
„Apollo et Hyazinthus“ (Soli: Apollo, Hyazinth, Melia, Zephir)
„Die Zauberflöte“ (Soli: Drei Knaben)

Modest Mussorgsky
„Boris Godunow“ (Chor)

Hans Pfitzner
„Palestrina“ (Chor)

Giacomo Puccini
„Tosca“ (Solo: Hirte)

Henry Purcell
„Dido and Aeneas“ (alle Rollen)

Nikolaj Rimskij-Korsakow
„Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch“
(Solo: Jüngling)

Johann Strauß Sohn
„Die Fledermaus“ (Solo: Prinz Orlowsky)

Richard Strauss
„Die Frau ohne Schatten“
(Chor: Stimmen der ungeborenen Kinder)

Giuseppe Verdi
„Macbeth“
(Soli: Geistererscheinungen)

Richard Wagner
„Siegfried“ (Solo: Waldvogel)
„Tannhäuser“ (Solo: Hirtenknabe)
„Lohengrin“ (Soli: Edelknaben; Chor)
„Parsifal“ (Soli: Knappen; Chor: Stimmen aus der Höhe)

Carl Maria von Weber
„Oberon“
(Solo: Puck)

Bernd Alois Zimmermann
„Die Schustersfrau“ (Solo: Der Knabe)



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